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Mittwoch, 15. Juli 2009

Eine geniale Wahl-Kampagne, Schätzelein!

Es fing alles mit einem kleinen, mysteriösen Viral-Video auf Youtube an. Es folgte ein rätselhafter Mini-Auftritt bei 9Live und schon fragten sich alle: Was ist da bei Schlämmer los?

Inzwischen ist klar: Hape Kerkeling hat einen neuen Kinofilm in der Planung. Hauptrolle: Seine Kultfigur Horst Schlämmer. Handlung: Schlämmer will Kanzler werden. Mehr: Unbekannt.

Aber das Drumherum ist einfach irre. Wenn einer weiß, wie man heutzutage Werbung macht, dann Hape Kerkeling und die Leute, die dahinter stehen! Nach den kleinen Spots wurde schnell vermutet, was dahinterstecken könnte: PR für einen Film. Aber was für eine PR. Inzwischen twittert Horst Schlämmer unter dem Namen HSPartei, ist bei Facebook und überall sonst im Netz vertreten.

Schlämmer hat eine eigene Wahl-Website mit Wahlwerbespot (www.wähle-schlämmer.de), echte Wahlplakate (Foto links), Fahnen (Werbefahnen, nicht nur eine Dornkaat-Fahne) und und und. Wenn Hape Kerkeling als Horst Schlämmer wirklich in die Politik ginge - er würde wahrscheinlich wirklich gewählt werden.

Dabei ist es schon genial, wie Kerkeling es geschafft hat, aus seiner Kunstfigur eine eigene Persönlichkeit zu machen. Auch wenn jeder weiß, wer hinter den falschen Zähnen und dem verfetteten Trenchcoat steckt: Horst Schlämmer wird als eigenständige Person wahrgenommen. Horst Schlämmer war zu Gast bei "Wetten, dass...?", Horst Schlämmer hat bei "Wer wird Millionär?" teilgenommen, Horst Schlämmer hat sich sogar wahrhaftig ins Goldene Buch der Stadt Grevenbroich eingetragen. Kann man es als fiktive Figur weiter bringen?

Ich bin gespannt, was der nächste PR-Coup wird. Kritik gab es bei der aktuellen Kampagne jedenfalls nur einmal: Als er sich bei Facebook mit Bushido in einem Tonstudio zeigte, waren die Fans entsetzt: "Schade, Bushido ist bekanntermassen homophob hoch drei; wie geht das denn, lieber HP?" oder "Mit Bushido? Ich glaube ich spinnne. Dann werd ich wohl doch nicht in den Film gehen.... Schlimm!"

Am 20. August startet der Film in den Kinos. Ich bin gespannt. Und halte es mit Schlämmers Wahlslogan: "Yes Weekend!"

Sonntag, 28. Juni 2009

TV Spielfilm: Die Cover-Prostitution

So liegt sie vor mir auf dem Tisch, die aktuelle Ausgabe der Fernsehzeitschrift meiner Wahl. Was fällt auf? Ja, es ist nicht wie sonst eine hübsche Frau (zumeist Schauspielerin) drauf abgebildet, sondern ein fetter Fernseher auf einem Rasen. Und darunter auch nicht etwa die Ankündigung einer neuen TV-Serie, eines Kinofilms oder einer neuen Show - sondern der Hinweis auf ein neues Angebot des magentafarbenen Telekommunikationsriesen aus Bonn.

Klar, keine Frage, es sticht sofort ins Auge: Das kann doch nicht das echte Cover sein. Und dann - wenn man das merkt und genauer schaut - fällt einem auch das kleine Wort Anzeige ins Augen. Oben rechts. Auf der Titelseite. Heißt: Hier wurde das komplette Cover verkauft! Erschreckend: Die TV Spielfilm hat das nicht zum ersten Mal gemacht.

Es ist mindestens das dritte Mal, dass die Zeitschrift ihr komplettes Titelblatt als Anzeigenraum vergeben hat. Da sollte dann natürlich ordentlich der Rubel rollen. Aber mal im Ernst: Das kann doch nicht deren selbiger sein, oder? Ja, wir wissen alle, dass es der Medienbranche auch schlecht geht, dass die Auflagenzahlen zurückgehen, dass die Kunden laufen gehen. Aber ist man sich heutzutage nicht mal zu schade, sein eigenes Gesicht zu verscherbeln? Für ein paar tausend Euro sich komplett zu prostituieren?

Wer übrigens die hübsche Schauspielerin sehen will und auf die Ankündigung eines Kinofilms nicht verzichten will und ein echtes Cover sehen will, muss einfach umblättern: