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Dienstag, 14. Juli 2009

Ein Tag im Bett

Zugegeben, der Clip ist nicht neu, aber wirklich sehenswert! Kreativ, wunderschön und atemberaubend. So kann ein Tag im Bett verlaufen:

Sonntag, 12. Juli 2009

Die Angst vor Eindringlingen

Eine spannende Entwicklung erschütterte in der letzten Woche das deutschsprachige Wörlt-Weit-Wep: Ein Telekommunikationsunternehmen hat einen neuen Werbespot gedreht und gewagt, einen Internetter zum Star der Kampagne zu machen. Klar, die Rede ist von Sascha Lobo und der neuen Vodafone-Kampagne...

Seit der legendären Pressekonferenz, die Anfang der Woche im Web übertragen wurde, geht ein Aufschrei nach dem nächsten durch selbiges. Lobo hier und Vodafone da. Alle haben was zu sagen und eine Meinung sowieso. Dabei wird man das Gefühl nicht los, dass sie vor allem was zu sagen haben, weil sie denken, dass das Internet ihnen gehört!

Da kommt ein Konzern aus dem echten Leben, schnappt sich einen Blogger, macht eine Werbekampagne mit ihm und tut total nerdy - das kann doch nicht angehen. Anscheinend regt man sich allerorten nur auf, weil man das Gefühl hat, dass Eindringlinge hier in eine Welt eingreifen, die gar nicht ihre ist. Wie können die Vodafoner von "da draußen" einfach in diese eingeschworene Netzgemeinde eingreifen und dann denken dass die, denen das Netz "gehört" die Füße und die Tipp-Finger still halten?

Aufschreie der Empörung hallen durch die Blogs, durch Twitter, durch Facebook. Zeitschriften bringen Artikel über Lobo, die Artikel ihrerseits werden im Web zerrissen - sind doch schließlich von rückständischen Print-Schreiberlingen verfasst. Irgendwie skurril das alles.

Und in Düsseldorf, in der deutschen Unternehmenszentrale von Vodafone, wird man sich ins Fäustchen lachen. Klar, die Nerds aus dem Netz lachen das Unternehmen aus und hauen drauf rum. Aber sie befassen sich damit, wie mit kaum etwas anderem in der letzten Woche. Besser hätte es eigentlich nicht laufen können für Vodafone. Und im Moment gilt der Slogan noch am ehesten für das Unternehmen: "Es ist deine Zeit..."

Donnerstag, 9. Juli 2009

Ins eigene Knie geschossen

Welch schöne Internet-Ironie: Die Kollegen von Bild.de haben einen neuen Kandidaten-Check zur kommenden Wahl gestartet. Auf der Seite http://kandidaten-check.bild.de/ wird auf einer großen Deutschlandkarte gezeigt, was Deutschlands Politiker im Web so von sich geben. Motto: "Hier beobachtetet BILD.de die Kandidaten LIVE!"
Ich habe die Seite keine halbe Minute angeschaut, bis ein Tweet vom Grünen Jörg Rupp auftauchte:
"ich will nicht von der BILD verfolgt werden!"

Donnerstag, 2. Juli 2009

Der Gay-Super-GAU

Wenn es zwei Worte schaffen können, die schwule Welt Kopf stehen und (fast) alle schwulen Männer fluchen zu lassen, dann sind es nicht etwa die Wörter "gelebte Emanzipation", sondern diese: "längerfristiger Ausfall". Genau diese Worte sind zur Stunde auf gayromeo.com zu sehen, vergleichbar mit einem StudiVZ oder Facebook für Schwule. Und so sieht das ganze dann aus:
Und nun? Über 300.000 Männer in Deutschland und fast eine Million weltweit ist damit der Kontaktbörse Nummer eins beraubt - denn genau so viele User hat "GR" laut Wikipedia. Heißt: Über 300.000 schwule Männer sind ihrer Lebensgrundlage im Internet beraubt!

Doch was ist der Grund? GayRomeo klärt auf:
In unserem Rechenzentrum hat sich nach Angaben des Betreibers infolge eines Feueralarms die Klimaanlage abgeschaltet. Dadurch haben sich alle Serverräume aufgeheizt. Einige unserer Server sind ausgegangen, andere haben möglicherweise irreparable Schäden davongetragen. Wir untersuchen gerade die Systeme und bitten um Geduld.

Wie bitte? Irreperable Schäden sind möglich? Heißt das, GayRomeo ist tot? Die ganzen Porno-Bilder weg? Die Kontakte zu all den heißen Boys verloren? Das wäre wirklich der Gay-Super-GAU für die User der "Blauen Seiten". Wir lassen uns überraschen, wie es weiter geht...


Update, 21:07 Uhr: GayRomeo kündigt an, dass man nicht vor 23 Uhr wieder online gehen kann, die gröbsten Probleme sollen aber behoben sein.

Update, 3.7.2009, 07:13 Uhr: Inzwischen läuft die Website wieder. Es sieht nicht danach aus, dass irreperable Schäden vorliegen. Die schwule Welt atmet erleichtert auf.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Kann ich mal deine # haben?

Komisch, dieses Zeichen neben der Ä-Taste. Früher habe ich die Taste höchstens in Verbindung mit Shift gedrückt, um ein Apostroph zu produzieren. Aber seit ich twittere, nutze ich sie auch ohne Shift (obwohl ich hin und wieder aus Reflex und aus Versehen ein Apostroph fabriziere). Die Rede ist natürlich vom #.

Aber was steckt hinter dem Zeichen, das ich früher nur als Zeichen für "Nummer" kannte, und das man laut Wikipedia auch Gartenzaun, Kanalgitter, Knastfenster oder Oktothorp nennen kann? Bei Twitter heißt das Ding "Hashtag". Und auch wenn einige schon den Tod des Zeichens bei Twitter voraussagen, ist doch in einem Großteil der Beiträge eben so ein Hashtag zu finden.

Seit dem 1. Juli 2009 verlinkt Twitter Begriffe mit Hashtags automatisch und leitet auf die Suchen-Seite um, wenn man draufklickt (was vorher schon mit Programmen wie etwa Thwirl ging). Aber: Ist ein Hashtag denn nur eine Hilfe für Suchbegriffe?

Nein. Denn immer wieder nutzen Twitterer Hashtags auch für eine ironische Bemerkung oder einfach einen ergänzenden Kommentar zum Tweet (Wie etwa "Wer billig kauft, kauft zweimal. #kannmannichtoftgenugsagen" von @fluesterer). Wer sucht schon nach dem Begriff kannmannichtoftgenugsagen?

Hashtags sind manchmal der halbe Witz an einem Tweet. Oder sogar meistens. Denn ich habe das Gefühl, dass immer weniger Leute das # benutzen, um einen Suchbegriff einzubauen, und immer mehr, um dadurch noch ein Wort unterzubringen, das den Tweet lustig(er) gestaltet.

War das so gewollt bei Einführung des Hashtags? Sicher nicht. Aber ist ja eigentlich auch egal. Denn die Internet-Community hat ihre eigenen Gesetze. Das hat sie immer wieder bewiesen. Und so ist vielleicht nur eine Frage der Zeit, bis in der Disco zum ersten mal folgender Satz fällt: "Kann ich mal dein Oktothorp haben?"

Sonntag, 28. Juni 2009

Tempus Fugit

Wie haben "die Menschen" eigentlich ihre Zeit verschwendet, als es noch kein Internet gab?

Jetzt sitze ich hier auf meinem Schreibtisch-Stuhl, auf dem ich 80 Prozent meiner Zuhause-Zeit verbringe und füttere mein neues Spielzeug - einen Blog. Ja, ich hatte schonmal einen, vor einer halben Ewigkeit. Das ganze habe ich noch nicht so ganz ernsthaft verfolgt damals. Entsprechend schnell war dieses Vorhaben, mit einem eigenen Blog den Durchbruch in der multimedialen Welt zu erringen, wieder passé.

Nun also der nächste Anlauf. Bei der Lektüre von "Was würde Google tun?" habe ich gelesen, dass mein Lieblings-Internetriese auch eine eigene Blog-Software hat. Und da ich schon seit einigen Wochen begeistert twittere (wirklich ein großer Spaß!) habe ich mich jetzt auch zum großen Bruder des Twitterns entschieden (wieder einmal).

Wenigstens habe ich jetzt einen Grund mehr für das "Für nichts habe ich genug Zeit!"-Gefühl. Wieder ein neues Phänomen, das mich stundenlang vor meinem Monitor fesseln kann, dem ich in die Schuhe schieben kann, dass noch nicht gespült, gestaubsaugt und sowieso noch nicht gebügelt ist. Wieder ein Grund mehr, sich über tausend Gründe aufzuregen, so viel Zeit sinnlos liegen zu lassen. Toll! Wie konnte ich bisher nur ohne Blog leben?