Donnerstag, 16. Juli 2009

Generationenkonflikt

Da bin ich aber froh. Für die Generation Golf war ich immer zu jung, auch wenn ich das gleichnamige Buch von Florian Ilies
geliebt habe. Aber jetzt habe ich auch eine eigene Generation mit cooler Bezeichnung: Ich bin einer aus der Generation Upload!

Klasse. Aber was soll das nur? Und bin ich mit meinen 26 Jahren nicht schon zu alt? Schließlich sind die Web-Cracks heutzutage eigentlich immer gut zehn Jahre jünger. Aber nein! Vodafone selber, der Erfinder und somit Hausherr der "Generation Upload", sagt, dass ich dazugehöre. Der Mobilfunkbetreiber schreibt selber:
Du bist die „Generation Upload“. Warum? Weil alles, was Du startest, heute die Welt bewegen kann!

Klingt ein wenig nach Schmetterlingseffekt für Arme. Aber naja, dann bin ich eben notgedrungen ein Mitglied der Generation Upload. Warum auch nicht. Ich gehöre ja (glaube ich) auch schon zur Generation Praktikum, auch wenn ich in meinem Leben nur ein einziges gemacht habe. Der Generation Doof gehöre ich ja auch schon ungefragt an, wahrscheinlich war ich einfach zu blöd, mich zu wehren.

Aber dafür kann ich das ja alles in diesem Blog-Post niederschreiben, uploaden und so beweisen, dass ich wirklich der Generation Upload angehöre. Und Angst haben, dass ich damit vielleicht die Welt verändere. Tolle Generation!

Mittwoch, 15. Juli 2009

Eine geniale Wahl-Kampagne, Schätzelein!

Es fing alles mit einem kleinen, mysteriösen Viral-Video auf Youtube an. Es folgte ein rätselhafter Mini-Auftritt bei 9Live und schon fragten sich alle: Was ist da bei Schlämmer los?

Inzwischen ist klar: Hape Kerkeling hat einen neuen Kinofilm in der Planung. Hauptrolle: Seine Kultfigur Horst Schlämmer. Handlung: Schlämmer will Kanzler werden. Mehr: Unbekannt.

Aber das Drumherum ist einfach irre. Wenn einer weiß, wie man heutzutage Werbung macht, dann Hape Kerkeling und die Leute, die dahinter stehen! Nach den kleinen Spots wurde schnell vermutet, was dahinterstecken könnte: PR für einen Film. Aber was für eine PR. Inzwischen twittert Horst Schlämmer unter dem Namen HSPartei, ist bei Facebook und überall sonst im Netz vertreten.

Schlämmer hat eine eigene Wahl-Website mit Wahlwerbespot (www.wähle-schlämmer.de), echte Wahlplakate (Foto links), Fahnen (Werbefahnen, nicht nur eine Dornkaat-Fahne) und und und. Wenn Hape Kerkeling als Horst Schlämmer wirklich in die Politik ginge - er würde wahrscheinlich wirklich gewählt werden.

Dabei ist es schon genial, wie Kerkeling es geschafft hat, aus seiner Kunstfigur eine eigene Persönlichkeit zu machen. Auch wenn jeder weiß, wer hinter den falschen Zähnen und dem verfetteten Trenchcoat steckt: Horst Schlämmer wird als eigenständige Person wahrgenommen. Horst Schlämmer war zu Gast bei "Wetten, dass...?", Horst Schlämmer hat bei "Wer wird Millionär?" teilgenommen, Horst Schlämmer hat sich sogar wahrhaftig ins Goldene Buch der Stadt Grevenbroich eingetragen. Kann man es als fiktive Figur weiter bringen?

Ich bin gespannt, was der nächste PR-Coup wird. Kritik gab es bei der aktuellen Kampagne jedenfalls nur einmal: Als er sich bei Facebook mit Bushido in einem Tonstudio zeigte, waren die Fans entsetzt: "Schade, Bushido ist bekanntermassen homophob hoch drei; wie geht das denn, lieber HP?" oder "Mit Bushido? Ich glaube ich spinnne. Dann werd ich wohl doch nicht in den Film gehen.... Schlimm!"

Am 20. August startet der Film in den Kinos. Ich bin gespannt. Und halte es mit Schlämmers Wahlslogan: "Yes Weekend!"

Dienstag, 14. Juli 2009

Ein Tag im Bett

Zugegeben, der Clip ist nicht neu, aber wirklich sehenswert! Kreativ, wunderschön und atemberaubend. So kann ein Tag im Bett verlaufen:

Wenn die Ältesten auf jung machen...

So, am Freitag soll es also so weit sein: Die ZDF-Nachrichten im neuen Gesicht. Und seit gestern Abend kann man auch bei DWDL sehen, wie die neuen Opener dann aussehen sollen und wie cyber-modern-hyper-chic die News ("Nachrichten" klingt ja eigentlich auch so veraltet) dann sind. Fazit eins: Sieht ja ganz modern aus. Fazit zwei: Warum das ZDF???

Mal ganz im Ernst, Leute: Es gibt Dinge, die nicht moderner sein dürfen als andere. Die Hörzu darf niemals neumodischer aussehen als die TV Spielfilm, die Süddeutsche Zeitung nie moderner als die Bild - und das ZDF eben auch nicht futuristischer als RTL, ProSieben und Co.

Es schauen doch nahezu ausschließlich alte Menschen zu (an dieser Stelle eine Entschuldigung an alle ZDF-Zuschauer, die sich jung fühlen). Warum sollen die denn verwirrt werden mit hyperfuturistischen Bluescreen-Effekten - und dann auch noch in den Nachrichten?

Aber einen gewichtigen Punkt will ich nicht verschweigen: Die Kosten. So ein moderner Relaunch kostet sicher auch eine Menge, klar. Aber zum Glück müssen sich die Jungs und Mädels vom Zweiten Deutschen keine Sorgen machen - denn sie bekommen ja die Gebühren der (Nicht-)Zuschauer von der GEZ überwiesen. Schön, wenn man da mal ein bisschen mehr ausgeben kann für ein modernes Gesicht, das man nicht braucht. Und wenn man dadurch den Rundfunkgebühren-Etat auch schön ausreizt. Denn nächstes Jahr wollen wir doch sicher nicht weniger Gebühren zahlen als heute, oder?!

Montag, 13. Juli 2009

10 Gags, die Sie nicht verpassen sollten

Von Sat.1 und - welch Überraschung - Comedian Michael Kessler selbst wurde "Kesslers Knigge" als Sensation angekündigt. Die Quoten sind mau, die Gag-Dichte der Sendung hoch. Nach mittlerweile vier gelaufenen Sendungen kann man doch mal ein kleines Zwischenfazit ziehen.

Sicher, das Konzept von "Kesslers Knigge" ist neu. Der "Knigge" im Titel ist wohl eher wegen der Alliteration gewählt, echte Benimm-Tipps sind das nicht. Eher Anstiftung zum Blödsinn machen. Aber genau das macht den Reiz der Sendung aus. Viele kleine Ideen, die mancher vielleicht im Kopf hat, sich aber niemals trauen würde, in die Tat umzusetzen. Und so ist "Kesslers Knigge" weniger Benimm-TV als eher Blödel-TV - und genau deswegen so lustig!

Hier einer meiner Favoriten:
10 Dinge, die Sie nicht tun sollten, wenn Ihre Frau mit Ihnen Schluss macht:


Bei der hohen Gag-Dichte ist auch klar, dass nicht jeder Witz zünden kann. Manches ist einfach zu platt, zu vorhersehbar oder zu lahm. Aber dann kommt immer mal wieder ein absoluter Knaller, bei dem man sich schier wegwerfen muss.

Dazu kommt, dass "Kesslers Knigge" eine Comedy ist, die wie gemacht ist für die Internet-Zeit: Die kleinen 10-Gags-Portionen lassen sich wunderbar als Viral-Clips über Youtube und Co. unters Volk bringen (oder aber in der schlechten Sat.1-Mediathek nachschauen). Und so kristallisieren sich nach und nach die besten Gag-Pakete raus und können auch die erreichen, die sich nie eine komplette Folge ansehen würden.

Die erste Folge fand ich noch sehr enttäuschend, bin aber inzwischen froh, drangeblieben zu sein: "Kesslers Knigge" ist nicht die Neuerfindung der Comedy - aber für den ein oder anderen Lacher gut. Und die meisten dieser Lacher rief bei mir bisher folgender Clip hervor:

10 Dinge, die Sie nicht tun sollten, wenn Ihre Tochter den ersten Freund vorstellt:

Sonntag, 12. Juli 2009

Die Angst vor Eindringlingen

Eine spannende Entwicklung erschütterte in der letzten Woche das deutschsprachige Wörlt-Weit-Wep: Ein Telekommunikationsunternehmen hat einen neuen Werbespot gedreht und gewagt, einen Internetter zum Star der Kampagne zu machen. Klar, die Rede ist von Sascha Lobo und der neuen Vodafone-Kampagne...

Seit der legendären Pressekonferenz, die Anfang der Woche im Web übertragen wurde, geht ein Aufschrei nach dem nächsten durch selbiges. Lobo hier und Vodafone da. Alle haben was zu sagen und eine Meinung sowieso. Dabei wird man das Gefühl nicht los, dass sie vor allem was zu sagen haben, weil sie denken, dass das Internet ihnen gehört!

Da kommt ein Konzern aus dem echten Leben, schnappt sich einen Blogger, macht eine Werbekampagne mit ihm und tut total nerdy - das kann doch nicht angehen. Anscheinend regt man sich allerorten nur auf, weil man das Gefühl hat, dass Eindringlinge hier in eine Welt eingreifen, die gar nicht ihre ist. Wie können die Vodafoner von "da draußen" einfach in diese eingeschworene Netzgemeinde eingreifen und dann denken dass die, denen das Netz "gehört" die Füße und die Tipp-Finger still halten?

Aufschreie der Empörung hallen durch die Blogs, durch Twitter, durch Facebook. Zeitschriften bringen Artikel über Lobo, die Artikel ihrerseits werden im Web zerrissen - sind doch schließlich von rückständischen Print-Schreiberlingen verfasst. Irgendwie skurril das alles.

Und in Düsseldorf, in der deutschen Unternehmenszentrale von Vodafone, wird man sich ins Fäustchen lachen. Klar, die Nerds aus dem Netz lachen das Unternehmen aus und hauen drauf rum. Aber sie befassen sich damit, wie mit kaum etwas anderem in der letzten Woche. Besser hätte es eigentlich nicht laufen können für Vodafone. Und im Moment gilt der Slogan noch am ehesten für das Unternehmen: "Es ist deine Zeit..."

Donnerstag, 9. Juli 2009

Ins eigene Knie geschossen

Welch schöne Internet-Ironie: Die Kollegen von Bild.de haben einen neuen Kandidaten-Check zur kommenden Wahl gestartet. Auf der Seite http://kandidaten-check.bild.de/ wird auf einer großen Deutschlandkarte gezeigt, was Deutschlands Politiker im Web so von sich geben. Motto: "Hier beobachtetet BILD.de die Kandidaten LIVE!"
Ich habe die Seite keine halbe Minute angeschaut, bis ein Tweet vom Grünen Jörg Rupp auftauchte:
"ich will nicht von der BILD verfolgt werden!"