Mittwoch, 8. Juli 2009

Vom Stolz eines Bloggers

Es ist gerade einmal anderthalb Wochen her, dass dieser Blog geboren wurde. Zu Anfang habe ich mich gefragt, ob das überhaupt Not tut, ob die Welt auf meinen Blog gewartet hat (keine Angst, ich meine damals wie heute, dass sie es sicher nicht getan hat) und habe mir überlegt, wer denn alles den Weg hierhin finden wird. Werden es viele Leute sein? Interessante Leute?

Nach einer Woche und einem Tag passierte dann am Montag etwas, was mich erst überraschte und dann zugegebenermaßen einfach nur stolz gemacht hat. Meine Kritik zu "Was würde Google tun?" wurde verlinkt. Aber nicht irgendwo und von irgendwem, sondern von Jeff Jarvis, dem Autor des Buches und berühmten Blogger persönlich.



Irre, Wahnsinn, stark - da blieb mir dann doch ein wenig die Spucke weg. Okay - dass der Amerikaner Jarvis Deutsch kann, konnte man im Buch lesen (an einer Stelle schreibt er, dass er seine Sprachkenntnisse verbessern will). Aber dass er eine Buchkritik von mir, einem kleinen, neuen Blogger aus Deutschland (unter Tausenden, da mache ich mir nichts vor) findet, hat mich erstaunt.

Und dabei liegt auf der Hand, was geschehen ist: Jarvis hat einfach die eigenen Regeln befolgt, die er in seinem Buch niedergeschrieben hat: Hör auf die Blogger, such, was sie über dich denken und schreiben - und reagier drauf!

So ist es ihm selber mit Dell gegangen und so geht es nun mir mit ihm. Jarvis wird die neuesten Ergebnisse über sich selber oder den Buchtitel (auf deutsch?!) gegoogelt haben und hat so wohl meinen kleinen Beitrag gefunden. Und verlinkt. Und mich erstaunt. Und stolz gemacht. Und zu einem Fan gemacht!

Denn eins ist klar: Auch wenn ich das Buch schon beeindruckend fand: Diese Aktion ist es für mich um so mehr. Und spätestens nun bin auch ich ein Jarvis-Fan!

Montag, 6. Juli 2009

Mein Fazit zu "Was würde Google tun?"

Wer das Internet kennt, kennt Google. Wer etwas im Internet sucht, der "googelt". Doch was macht den Internet-Riesen so erfolgreich - und wie können wir alle davon profitieren? Diese Frage stellt der vor allem in Amerika bekannte Blogger Jeff Jarvis in seinem Buch "Was würde Google tun". Mit knapp zweieinhalb Monaten Verzögerung (die deutsche Fassung erschien im April) habe ich das Buch nun auch durch - und bin begeistert!

Jarvis macht vor nichts und niemandem Halt. Er fragt sich, wie ein Restaurant nach Google-Art wäre (auf der Speisekarte würde angezeigt, welches Gericht wie oft genommen wäre und wie beliebt es wäre), wie ein von Google gebautes Auto aussähe (die Kunden könnten sich das Interieur selber gestalten und hätten wesentlich mehr Freiheiten bei der Auswahl der Extras) und sogar, wie eine Google-Regierung regieren würde (mehr Bürgerbeteiligung, E-Petitionen und bloggende Politiker).

Im ersten Teil fasst Jarvis zusammen, was Google alles zu Google macht, was den Suchmaschinenbetreiber, der längst mehr als das ist, zu einer der größten Firmen der Welt gemacht hat. Sein Fazit: Schlichtheit, Kunden(ein)bindung und die Konzentration auf das Wesentliche. Google verwaltet den Überfluss und lässt die Massen entscheiden, was sie wollen und bietet ihnen genau das. Offenheit und Vertrauen sind nach Jarvis die Grundpfeiler des Google-Erfolgs - und können auch die Grundpfeiler von jedermanns Erfolg werden!

Jeff Jarvis ist ein spannendes Buch für Internet-Interessierte gelungen, aber auch für alle anderen, die zukunftsfähig sein wollen. Denn die Macht von Google und der Google-Art ist noch lange nicht auf dem Höhepunkt - daraus macht Jarvis keinen Hehl. Beim Lesen hat man immer wieder "Ahhhh, klar, das ist doch logisch"- und "Warum ist da keiner eher drauf gekommen?"-Momente. Aber ob sich der Google-Weg wirklich auch bei anderen Firmen durchsetzt, wird sich noch zeigen.

Bloggen, Offenheit demonstrieren, sehen, was der Kunde will und ihm genau das geben, statt ihm aufzudrängen, was man will, dass er es will - der Google-Weg ist im Prinzip wirklich leicht. Aber er ist einfach ungewohnt. Und selbst wenn man keine Lehren aus dem Buch umsetzt: Eine spannende und aufschlussreiche Lektüre ist es allemal!

Diese und weitere Buch-Rezensionen findet ihr auch unter meinem zweiten Blog "Der Buchtester"

Sonntag, 5. Juli 2009

Psych: Neuer Titelsong in Staffel 4?

Im August startet in den USA eine meiner Lieblings-Serien in die vierte Staffel. Die Rede ist von Psych. Shawn Spencer, das vemeintliche Medium darf wieder ermitteln. Folgender Promo-Trailer gibt Rätsel auf - wird es einen neuen Titelsong geben? Seht selbst:



Egal ob neuer Titelsong oder nicht - die Macher haben sich hier was einfallen lassen. Ein cooler Trailer, der Lust auf die neue Staffel macht!

Samstag, 4. Juli 2009

...und das ist nicht gut so!

Kölle aloha - in Deutschlands viertgrößter Stadt ist wieder Christopher Street Day! Dieses Wochenende riecht es in Kölner U-Bahnen stärker nach Parfum als nach Schweiß, alte Männer zeigen ihre dicken behaarten Bäuche, junge Männer zeigen dass sie eigentlich keine sind und mehr Make-Up tragen können als Paris Hilton - und dazwischen schlängeln sich händchenhaltend Frauen ihn Holzfäller-Hemden mit praktischen Kurzhaarfrisuren. Alles nur Klischees? Dann geht doch mal raus und schaut euch das Elend mal an!

In diesem Jahr wird Jubiläum gefeiert: 40 Jahre Christopher Street Day, das passende Motto dazu heißt "Unsere Freiheit hat Geschichte". Ja, das hat sie, die Freiheit. Vor allem ist sie heute so groß wie nie zuvor. Aber ist nicht genau das der Grund, warum der CSD eigentlich ausgedient hat?

Die eigentliche politische Demonstration ist der CSD doch schon lange nicht mehr. Heute geht es um Sehen und Gesehen werden. Um möglichst viel Bier, um knappe Klamotten und die Möglichkeit an schnellen Sex zu kommen. Und dabei schadet sich die schwule Welt selber.

Man will nicht ausgegrenzt werden, will akzeptiert werden, will dazu gehören als Schwuler. Aber gleichzeitig flippt ein Großteil der schwulen Bevölkerung regelmäßig aus und donnert sich zum CSD auf wie für eine Transen-Party, winkelt die Hände noch mehr an, spricht noch nasaler und bestellt noch einen Prosecco auf Eis extra. Kein Wunder also, dass der durchschnittliche Hetero ein ganz besonderes Bild des durchschnittlichen Schwulen vor Augen hat. Der Eindruck, den die Heteros einmal im Jahr bekommen (sei es durch Bilder in den Nachrichten oder weil sie selber den CSD besuchen), reicht doch vollkommen aus, um sämtliche Klischees vor sich selber zu bestätigen.

Fazit: Der CSD ist heute nichts weiter mehr als eine große, schrille und bunte Party. Karneval im Sommer. Gute Laune und (teilweise auch) hübsche Menschen. Aber: Ein politisches Statement und ein Werben für mehr Toleranz ist es er sicher nicht mehr.

Wie auch? Viel mehr Toleranz kann man heutzutage nicht mehr einfordern. Schwule und Lesben sind inzwischen gesellschaftlich schon stark akzeptiert - da hätte man vor zehn, zwanzig Jahren kaum von träumen können. Und: Klar ist noch viel Luft nach oben in Sachen Toleranz (besonders in ländlichen Bereichen und handwerklichen Berufen). Aber das ist eine normale Entwicklung, die sich "von selbst" vollziehen wird. Zumindest hilft das Wedeln mit Federboas und das nasale "Hallöchen"-Rufen nicht dabei, dafür zu sorgen, dass Schwule und Lesben als "normale Menschen" wahrgenommen werden und einfach dazugehören. Diese Selbst-Ausgrenzung ist da eher rückschrittig als hilfreich.

Ich selbst war gestern und heute auch in der Innenstadt. Gestern einfach mal zum Schauen, heute, um mir die Diskussion der drei Kölner Oberbürgermeister-Kandidaten anzuschauen. Das war mäßig interessant und Wahlkampf pur, aber so sollte es ja auch sein. Witzig dabei ist, dass zwei der drei Bewerber selber schwul sind - und das natürlich auch im Mittelpunkt der Diskussion stand.

Aber was ich auf dem Weg durch die Mengen an Heumarkt, Alter Markt und Gürzenich gesehen habe, hat mich dann doch beschämt. Es tut mir leid, aber teilweise muss man sich dafür schämen schwul zu sein - wenn solche Leute das Schwulsein repräsentieren. Schrille Party und gute Laune - ja! Aber bitte alles im Rahmen und nicht zu überkandidelt. Das schadet uns eher, als dass es hilft - und das ist nicht gut so!

Donnerstag, 2. Juli 2009

Der Gay-Super-GAU

Wenn es zwei Worte schaffen können, die schwule Welt Kopf stehen und (fast) alle schwulen Männer fluchen zu lassen, dann sind es nicht etwa die Wörter "gelebte Emanzipation", sondern diese: "längerfristiger Ausfall". Genau diese Worte sind zur Stunde auf gayromeo.com zu sehen, vergleichbar mit einem StudiVZ oder Facebook für Schwule. Und so sieht das ganze dann aus:
Und nun? Über 300.000 Männer in Deutschland und fast eine Million weltweit ist damit der Kontaktbörse Nummer eins beraubt - denn genau so viele User hat "GR" laut Wikipedia. Heißt: Über 300.000 schwule Männer sind ihrer Lebensgrundlage im Internet beraubt!

Doch was ist der Grund? GayRomeo klärt auf:
In unserem Rechenzentrum hat sich nach Angaben des Betreibers infolge eines Feueralarms die Klimaanlage abgeschaltet. Dadurch haben sich alle Serverräume aufgeheizt. Einige unserer Server sind ausgegangen, andere haben möglicherweise irreparable Schäden davongetragen. Wir untersuchen gerade die Systeme und bitten um Geduld.

Wie bitte? Irreperable Schäden sind möglich? Heißt das, GayRomeo ist tot? Die ganzen Porno-Bilder weg? Die Kontakte zu all den heißen Boys verloren? Das wäre wirklich der Gay-Super-GAU für die User der "Blauen Seiten". Wir lassen uns überraschen, wie es weiter geht...


Update, 21:07 Uhr: GayRomeo kündigt an, dass man nicht vor 23 Uhr wieder online gehen kann, die gröbsten Probleme sollen aber behoben sein.

Update, 3.7.2009, 07:13 Uhr: Inzwischen läuft die Website wieder. Es sieht nicht danach aus, dass irreperable Schäden vorliegen. Die schwule Welt atmet erleichtert auf.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Kann ich mal deine # haben?

Komisch, dieses Zeichen neben der Ä-Taste. Früher habe ich die Taste höchstens in Verbindung mit Shift gedrückt, um ein Apostroph zu produzieren. Aber seit ich twittere, nutze ich sie auch ohne Shift (obwohl ich hin und wieder aus Reflex und aus Versehen ein Apostroph fabriziere). Die Rede ist natürlich vom #.

Aber was steckt hinter dem Zeichen, das ich früher nur als Zeichen für "Nummer" kannte, und das man laut Wikipedia auch Gartenzaun, Kanalgitter, Knastfenster oder Oktothorp nennen kann? Bei Twitter heißt das Ding "Hashtag". Und auch wenn einige schon den Tod des Zeichens bei Twitter voraussagen, ist doch in einem Großteil der Beiträge eben so ein Hashtag zu finden.

Seit dem 1. Juli 2009 verlinkt Twitter Begriffe mit Hashtags automatisch und leitet auf die Suchen-Seite um, wenn man draufklickt (was vorher schon mit Programmen wie etwa Thwirl ging). Aber: Ist ein Hashtag denn nur eine Hilfe für Suchbegriffe?

Nein. Denn immer wieder nutzen Twitterer Hashtags auch für eine ironische Bemerkung oder einfach einen ergänzenden Kommentar zum Tweet (Wie etwa "Wer billig kauft, kauft zweimal. #kannmannichtoftgenugsagen" von @fluesterer). Wer sucht schon nach dem Begriff kannmannichtoftgenugsagen?

Hashtags sind manchmal der halbe Witz an einem Tweet. Oder sogar meistens. Denn ich habe das Gefühl, dass immer weniger Leute das # benutzen, um einen Suchbegriff einzubauen, und immer mehr, um dadurch noch ein Wort unterzubringen, das den Tweet lustig(er) gestaltet.

War das so gewollt bei Einführung des Hashtags? Sicher nicht. Aber ist ja eigentlich auch egal. Denn die Internet-Community hat ihre eigenen Gesetze. Das hat sie immer wieder bewiesen. Und so ist vielleicht nur eine Frage der Zeit, bis in der Disco zum ersten mal folgender Satz fällt: "Kann ich mal dein Oktothorp haben?"

Die Pizza-Transe

Diesen Flyer habe ich vorhin aus meinem Briefkasten gezogen. Normalerweise werfe ich die Pizza-Werbe-Dinger ja immer ohne Umschweife in das runde Gefäß, das bei uns schon vorsorglich neben dem Briefkasten steht. Diesmal aber habe ich doch einen Blick riskiert. Zum Glück!

Denn dieser Pizza-Bringdienst-Flyer bietet erheiternde Komik. Der Laden heißt nämlich "Pizza Mann" und es jubelt...eine Frau. Logisch! Oder heißt der Chef der Kette etwa "Mann" und der Name ist im Endeffekt das Gegenstück zu "Pizza Antonio"? Keineswegs. Der Chef der Italo-Teigfladen-Hütte ist ein Mann mit dem typischen Pizza-Namen Sahin Cöcelli.

Also ist wohl doch der Pizza-Mann gemeint. Der Begriff, mit dem man meistens mal den Essens-Lieferanten bezeichnet. Dass der Bindestrich fehlt - geschenkt. Aber warum eine jubelnde Frau beim "Pizza Mann". Ist es etwa eine Pizza-Transe? Im toleranten Köln ja auch mal eine Idee - und ein ganz neuer Pizza-Verkaufs-Ansatz.

Ja, ich weiß - letzten Endes ist die Lösung ganz einfach: Die jubelnde Frau ist wahrscheinlich die, die gerade vom Pizza Mann (ohne Bindestrich) beglückt wurde. Also, mit Pizza...